Doomina - Doomina

Doomina

Diese Platte ist um einiges besser als der Bandname vermuten lässt.
Die Klagenfurter Doomina präsentieren hier fünf Songs, die direkt ins Postrock-Herz gehen. Schöne Spannungsbögen, die sich regelmäßig zu einem Donnergrollen aufbauen prägen den epischen Sound von Doomina.

Es ist bereits das dritte Album der Band und wurde bei dem österreichischen Label Noise Appeal Records  im vergangenen Jahr veröffentlicht.

 

Mechanimal - Delta Pi Delta

 

Mechanimal Delta Pi Delta

Dieser Tage ist das dritte Album der griechischen Band Mechanimal erchienen. Delta Pi Delta verarbeitet Anleihen aus dem Industrial-Genre mit einem Mix aus Postpunk und Shoegaze. Die Band stammt aus Athen und thematisiert auf ihrem dritten Album die geheimnisvolle Landschaft rund um die Metropole Griechenlands. Fernab von Großsstadtdepression und der politischen Krise des Landes sucht die Band ihre Inspiration in der Provinz rund um Athen. Die Sängerin Eleni Tzavara gibt dem vom elektronischem Klang eingebetteten Sound ihre Stimme.

Für meinen Begriff ist das Album zwar gut hörbar, aber auch recht poppig und glatt geraten. Vergleichbar ist die Musik mit den letzten Alben von Archive.

Regarde / PASTEL / Saudade / Marmore - 4-Way-Split

Pastel 4 way split

Eine schöne Geschichte ist die 4-Way-Split von Regarde, Pastel, Saudade und Marmore. Alle Bands stammen aus Italien und sind mit je zwei Songs auf der Platte vertreten.
Regarde aus Vicenza sind mit Brighter Aim und Fed by Lust für die Emo-Punk-Seite verantwortlich. PASTEL bleiben sich mit Il Pilota, Il Viaggiatore und Il Pianista, L´Inventore treu und spielen ihren so herrlich klassischen Post-Hardcore...Italian Style. Leicht verschroben und dennoch auf den Punkt. Saudade aus
 Neapel pauken einen dann durch ihren von Black-Metal-Riffs geprägten Screamo-Punk.
Schließlich verneigen sich Marmore aus Turin mit den beiden Instrumentalen Unagi und Who Likes To Get Fucked Up sehr eindrücklich vor dem Postrock-Genre.

I Hate Sex - Circle Thinking

I Hate Sex

I Hate Sex aus Edmonton, Alberta mausern sich 2015 zu einer Art Everybodys´s Darling der Screamo- / Post-Hardcore-Szene. Auf ihrem Album "Circle Thinking" warten sie wohl auch mit den besten Songtiteln zum Ranschmeißen auf (Ironie, ich hör Dir trapsen). "I Fucking Hate Sports", "One By Metallica" oder "You + Me = Slipknot" haben mich auf jeden Fall zum Schmunzeln gebracht. Ganz anders als die Musik der vier Musiker um die Sängerin Nicole Boychuck. Die läuft einem nämlich kalt den Rücken runter. Wie ein angestochenes Schwein kreischt sich die Frontfrau durch die sieben Songs auf "Circle Thinking". Das bedeutet 18 Minuten der vollkommenen Verausgabung und der Flucht. Die Texte drehen sich um das Hamsterrad, das wir jeden Tag besuchen. Es geht um die eigene Vergänglichkeit und unser Dasein als Lemminge.

Die Aufnahmen klingen wie aus irgendeinem dreckigen Keller. Schrottig und roh. Aber mit viel Charme. Und das ist der Punkt. I Hate Sex haben extrem hohes Charme-Potenzial.

 

 

More Lemonade - Like Falling In Love In September ´96

More LemonadeEmo-Punkrock aus Italien.
Was hat man erreicht? Wo will man hin? Was soll sich ändern? Was soll bleiben, wie es ist? Fragen, die man sich spätestens mit 30 häufig begleiten. More Lemonade aus Verona verarbeiten die Themen, die den Alltag eines "thirtysomething" beeinflussen. Das Album heißt "Like Falling In Love In September ´96. Keine Ahnung, wie das damals war, aber dass mir die sechs Tracks aufgrund ihrer schruppig-cachy Art gefallen, das weiß ich.

Die Italiener haben Herzblut in die Aufnahmen gesteckt. Das hört man. 

Klare Empfehlung!

 


More Lemonade - Like Falling In Love In September ´96Like Falling In Love In September ´96

Vö.: 22.01.2015

Moro - Entrüstet

Moro

Moro sind ätzend. Aber nicht falsch verstehen. Sie sind "gut" ätzend. Mit bis ins Mark verzerrten Gitarren, deutschsprachigem Screamo und scheppernden Drums, entrüsten(!) sie sich gegen stereotype Geschlechtsbilder, gegen das sich alles Gefallen lassen, gegen das wegschauen. In einem ausführlichen Statement erklären die Hamburger ihre Wut und Ablehnung der sog. rape culture sowie generellem negativem Sexismus und Unterdrückung.

Keine leichte Kost also, die da mittels vier Songs auf "Entrüstet" kredenzt wird. Dementsprechend ist die Musik. Düster, laut, unangenehm sind wohl zutreffende Adjektive für die zweite Ep der Band. 

 


Moro: Entrüstet

Vö: 28.07.2015

PASTEL - L'Acchiappanuvole

PASTEL sind eine mitreißende Zwei-Mann-Screamo-Band aus Italien (Bari). Nach ihrer Split-12" mit der englischen Band Merridew, erschien kürzlich mit L'Acchiappanuvole das erste Album. Auf Youtube kann man den beiden sympathisch wirkenden Bart- und Hornbrillenträgern (sympatico!) bei den Studioaufnahmen zusehen und Einblick in den Studioalltag gewinnen. Das dabei entstandene Album glänzt mit klaren Riffs, feinen Spannungsbögen und dem Charme der italienisch herausgeschrienen Texte. Denn ähnlich wie schon bei Raein, ist das Textverständnis ohne Italienischkenntnisse zwar eingeschränkt, aber umso reizvoller. Bei PASTEL geht es weniger um politisch motivierte Inhalte, sondern vielmehr darum mit sich selbst ins Reine zu kommen, das Natürliche als kraftschöpfende Chance zu begreifen und sich selbst in dieser Welt nicht zu vergessen.
Musikalisch bleibt für das Post-Hardcore/Postrock-Herz kein Wunsch offen. Leise, sphärische Töne werden zwangsläufig von Vesuv-artigen Ausbrüchen gekontert!

Auf der Vinyl-Ausgabe hat die Band sich die Mühe gemacht, die zweite Seite mit den Instrumental-Versionen zu produzieren. Eine sinnvolle Entscheidung, die den Tiefgang und die Akribie der Band deutlich as possible macht.

 


PASTEL: L'Acchiappanuvole

Vö.: 23.04.2015

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