The Slow Show - White Water

The Slow Show

The Slow Show - die langsame Show. Aber was für eine! Ich versuche mal die Musik einer Band zu beschreiben, die so intim und so echt klingt, dass es mir vermutlich an richtigen Worten mangeln wird. 
Bereits letzten Sommer berichtete eine Freundin von dieser einen Band, die ich mir anhören müsse. Und wenn ich sage von dieser Band, dann meine ich diese EINE Band, die dich noch eine Weile begleiten wird. Leider hab ich diesen Ratschlag erstmal wieder vergessen. Schließlich gibt es jeden Tag neue Bands, die man hören könnte, sollte, müsste. Aber vor einigen Tagen erreichte mich auf Umwegen eine Mail mit dem Link zu "Dresden". Der ersten Single von The Slow Show. Ich klickte darauf und war vom ersten bis zum letzten Ton ergriffen. Ja, ich war für ein paar wenige Minuten vollkommen in eine andere Welt eingetaucht. Diese Stimme. Und immer wieder singt sie: "This is. This is. This is a breakdown ..." Wahnsinn. Ein Lied für die Ewigkeit. Einfach so. Aus dem Nichts.

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Alcoholic Faith Mission - Orbitor

Alcoholic Faith Mission

Locker, leicht, Frühling, Blumenwiesen, lachende Menschen und ganz viel Sonne! Das sind die Assoziationen, die mir durch den Kopf schießen, während ich das gelbe Album von Alcoholic Faith Mission höre. Dreampop ist das Stichwort.

Schöne, eingängige Synthie-Melodien treffen auf die fein akzentuierte, fast schon schwülstige Stimme von Thorben Seierø Jensen.

Die erste, gleichnamige Single des bereits siebten Albums "Orbitor" gibt den Auftakt für ein erstes poppiges Schmanckerl 2015.

Phasenweise erinnern die fünf aus Kopenhagen an Bands wie Yeasayer oder gar MGMT, bleiben allerdings aufgrund ihrer abwechslungsreichen Gesangsarrangements individuell und eigen. So übernimmt auch die Keyboarderin Kristine Permild den ein oder anderen Gesangspart, wie z.B. bei "Nut in Your Eye" vom Vorgängeralbum "We Stop the World from Falling Apart". Hier zu sehen auf dem Haldern Pop Festival 2012 >>>

"Orbitor" verbreitet gute Laune, bereitet durchaus Vergnügen und verfügt über Stimmungsaufheller!



Alcoholic Faith Mission: Orbitor

Haldern Pop Recordings

VÖ: 20.02.2015

Marlin - Szenario

Eine noch kleine Band aus Würzburg spielt nachdenkliche Musik und lässt dabei die Assoziationen in unseren Köpfen wirbeln. Es mag Zufall sein, dass der erste Artikel zu Marlins Szenario gerade ein solches, eine Theorie zum Bandnamen erfindet. Manchmal sind es einfach Assoziationen, die in den Gedanken hängen bleiben und dann eine Idee einer Band bilden. Manchmal passen sie auch wunderbar zum Thema. Ob der Sinn, den man durch Zusammenhänge bildet nun wahrheitsgetreu ist oder nicht, das ist sekundär. So drückt er vor allem die Gedanken aus, die eine Band bei einem Menschen bewirken kann. Nicht muss, sie könnten auch anders sein oder gar nicht auftreten. Aber wenn Musik zumindest bei einem Menschen etwas auslösen kann, dann hat sie vielleicht sogar eine Berechtigung. Vor allem, wenn es nur Demos sind, die soundtechnisch das akustische Verstehen erschweren. So ist es nun bei Marlin und mir gewesen. Den Bandnamen assoziiere ich mit einer berühmten Kurzgeschichte Hemingways, The Old Man and the Sea, in der ein Mann ständig einen Fisch, einen Marlin, jagt.

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Lighthouses - Lumen

Es gibt so viele Bands, die versuchen guten HC-Punk zu spielen. Manche sind erfolgreich, ein paar sind zeitlos, einige bleiben leider weitgehend unentdeckt und andere wiederum sind überflüssig. Lighthouses gehören zu denen, die es zu entdecken gilt.

Der famose Vorgänger Black Letter Day hatte schon die Fähigkeit Wände einzureißen. Vor allem mit den beiden Aushängeschildern der Platte: Where I Should Be und Where I Am.
Mit dem neuen Album Lumen geht die Band aus Nebraska ihren Weg konsequent weiter. Der Aufbau des Albums wurde perfektioniert. Die Songs bleiben im Wechselspiel zwischen laut und leise, agressiv und sanft. Lumen wird mit seiner kompakten Länge über sieben Songs nie langweilig. Ganz im Gegenteil, es vermag einen angenehmen Sog zu entwickeln, der zwischen Verzweiflung immer einen Türspalt Hoffnung zulässt.

Lighthouses sind hierzulande leider noch nicht im Untergrund angekommen. Dort gehören sie aber definitiv hin. Bleibt zu hoffen, dass auch sie irgendwann den Weg nach Europa finden.

 

 


Lighthouses - Lumen

Little Heart Records

Vö.: 01.11.2014

Damon Albarn - Everyday Robots

Ob als Britpop-Ikone (Blur), Comic-Figur (Gorillaz), All-Star-Band-Leader (The Good, The Bad & The Queen), weltoffener Musiker (Mali Music) oder jetzt als Solomusiker, was Damon Albarn anpackt ist immer konzeptionell durchdacht, authentisch und strahlt diesen gewissen britischen Charme aus.

Damon Albarn ist wie ein Chamäleon. Er passt sich an, ohne angepasst zu sein. Dieses Jahr nun war es endlich soweit. Der Londoner veröffentlichte im April sein erstes wirkliches Soloalbum. "Everyday Robots" ist mein persönliches Lieblingsalbum 2014. Albarn's Musik hat die Fähigkeit den Alltag für 46:40 Min. links liegen zu lassen.

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Slow Bloom - Slow Bloom (Ep)

Meine Damen und Herren! Mein lieber Herr Schreiverein!

Ich möchte Ihnen heute drei Songs der werten Band Slow Bloom empfehlen. "Teeth Marks", "Heaven" und "Deep Space" sind es allesamt wert von Ihnen, werter Hörer, heruntergeladen, gesaugt und konsumiert zu werden.

Slow Bloom aus Santa Rosa ist eine neue Band von Mitgliedern der beiden Bands State Faults und Strike To Survive. Wie schon die beiden genannten Bands, ist auch Slow Bloom ein ambitioniertes Projekt mit überzeugenden Songs. Es sind zwar erstmal nur drei Stück - aber glauben Sie mir - Sie werden diese geschrienen Schrammellieder immer und immer wieder in Endlosschleife hören wollen.
Tun Sie sich also selbst einen Gefallen...klicken Sie bitte sofort auf Play.

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Kevin Nolan - Fredrick & The Golden Dawn

© by Kevin NolanDas klingt doch ganz nett, dachte ich mir: The music invites you to enter a world of wonder-tales. Das stand in der Mail des werten Herrn Nolan, die mich vor ein paar Tagen erreichte. Als ich dann heute morgen endlich in das Album "Fredrick & The Golden Dawn" reinhören konnte, dachte ich aber: Wow...wo bin ich denn hier hingeraten? Bin ich hier auf dem Planeten Tom Waits, in den unendlichen Weiten der Galaxie David Lynch oder doch eher im schwarzen Loch Nick Cave? 

Der aus Dublin stammende Kevin Nolan vermengt die Musik dieser schattenspendenden Vorbilder und bringt zudem seine deutschen Einflüsse von Brecht / Weill bis Einstürzende Neubauten ins Spiel. Glücklicherweise baut er aber nicht nur auf die Großtaten unumstrittener Künstler, sondern lässt Momente zu, die sein eigenes Talent unterstreichen. Das Album klingt bisweilen etwas abseitig und ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber wer an rückwärts gewandter Musik mit experimentellem Einschlag interessiert ist und oben genannten Musikern etwas abgewinnen kann, der sollte hier mal reinhören.

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