top 10. all time faves.

Unsere Lieblingsplatten.

 

Alex

Nine Inch NailsThe Fragile

„poisoned to my rotten core, too fucked up to care anymore…”

 ToolÆnema   

„some say we'll see armageddon soon…”

 Queens of the Stone Age – Songs for the Deaf

“metal heavy, soft at the core…”

 Billie the Vision and the Dancers – The World According to Pablo

“I'm back in the basement sucking cocks again…”

 Mumford & SonsSigh No More

“As the winter winds litter London with lonely hearts…”

 MotorpsychoTimothy’s Monster

“It feels so good to feel again…”

 Disillusion - Back To Times of Splendor

“And every tone cuts deep like rain in April
Every chord they form tears open the wounds…”

 Touché Amoré - Parting the Sea between Brightness and Me

“There will be a chorus,
an overwhelming sound.”

Sigur Rós - Ágætis byrjun

“tjú, tjú…”

 Wolves in the Throne Room - Two Hunters

“I will lay down my bones among the rocks and roots of the deepest hollow next to the streambed…”

 

...weitere Erläuterungen zu den Alben demnächst unter der Rubrik "Wiederentdeckt".

Florian Ruffing

1. Radiohead – OK Computer

Das Album, das mich über die Jahre begleitet. Mich bei jedem hören, zerreißt. Mir sagt, dass es weitergeht. Egal, wie groß der Berg Mist ist, den das Leben einem vorenthält. Die Karma Police ist ja da.

2. La Dispute – Wildlife

Weil es seit Erscheinen im November 2011 immer wieder kommt, mindestens 5 mal die Woche. Beim ersten Hören blieb mir der Mund offen stehen, was normalerweise kaum passiert. Mund offen, und ganz still. Und es wird immer noch bei jedem Hören besser. Jordan Dreyers Erzählstränge scheinen unendlich zu sein. Sonst würde mir nicht jedes Mal etwas neues auffallen. Die Gitarre kloppt nicht so kompromisslos nach vorne wie bei anderem Hardcore. Gerade dieser Kritikpunkt kommt bei mir als Stärke an, es ist die perfekte Mischung aus Hardcore, Indie und Postkram. Und ob Dreyer nun singt, schreit, brüllt oder weint habe ich immer noch nicht rausgefunden.

3. The Rolling Stones – Let It Bleed

Sowas wie die Familienband. Von Anfang an mit ihnen aufgewachsen. Die Band, die dir noch zeigen kann, was der Blues ist und dass der Dreck unter den Fingernägeln etwas bedeutet. Dieses ziehe ich Exile noch ein bisschen vor. Unbestritten die beste Rockband der Welt. Schon allein wegen Keith.

4. Bonnie Prince Billy – I See A Darkness

Seltsames Album. Es erinnert mich in seiner Tiefe an OK Computer, da es ähnlich über schwierige Phasen hinweghelfen kann. Aber genauso im Glück funktioniert. Mit anderen Mitteln zerfließt Will Oldham in einer dunklen Depression, die man sich erst einmal erarbeiten muss, bevor sie einen so wirklich packt.

5. Oasis – Definitely Maybe

Wohl ähnlich langer Weggefährte wie die Stones. Auch sie zeigen dir, wo der Dreck ist. Und Musik muss den Dreck kennen, sonst driftet sie in die glatte Massenware ab. Der Dreck der Mancunians wird hier mit einigen der stärksten Hymnen überhaupt vermengt. Und raus kommt immer Gin & Tonic. Morgen könnte ich mich wohl für Morning Glory entscheiden. Und übermorgen wieder so wie heute. Heute zählt die vielleicht beste 2-Songabfolge aller Zeiten: Supersonic/ Bring it on Down. Definitiv Vielleicht.

6. Bob Dylan – Time Out Of Mind

Damals Dylans gefeierte Rückkehr. Ich kann mich heute noch daran erinnnern, als es damals daheim aufgelegt wurde und Love Sick loswippte. Zumindest glaube ich das. Ich wippe heute noch dazu.

7. Mando Diao – Hurricane Bar

Kontroversestes Album in dieser Liste. Vor allem nach dem Mainstreamerfolg. Trotzdem steht es hier berechtigt. Es war das erste Album, das ich ohne Anleitung eines anderen entdeckt habe. Zumindest der Legende nach. Damit ging die Musikbeklopptheit los. Und für viele Jahre war eine Lieblingsband gefunden.

8. Guns'n'Roses – Appetite For Destruction

Axl Rose mag ein Arschloch sein. Und der Rassismusvorwurf auf dem Nachfolger mag stimmen. Trotzdem eines der geilsten Stücke der Musikgeschichte. Obwohl ich es unzählige Male gehört habe, hat es kaum an Kraft verloren.

9. Patti Smith – Easter

Diese Liste ohne Patti wäre sinnlos. Mit Because The Night, immer noch eines der besten Musikstücke aller Zeiten, ging die Faszination damals los. Klar, alle sehen Horses als ihr wichtigstes Album, aber da ist BTN nicht drauf. Und ich habe Easter viel öfter gehört. Wegen...ihr wisst schon, dem Lied da. ;-)

10. Interpol – Turn On The Bright Lights

Der Sog. Paul Banks Stimme. Wenn es dich einmal hat, hält es dich sehr lange fest.

No P

Absolute Beginner - Bambule

Bambule ist DAS Album, das mich zum Musiknazi bzw. -hörer gemacht hat. Als ich Liebeslied 1998 zum ersten Mal gehört habe, fand ich es richtig schlecht. Ich habe mich gefragt, was das denn ist und warum es Erfolg zu haben scheint. Besonders die Stimme von Eissfeldt ging mir tierisch auf die Nerven. Doch dann hörte ich Rock on und alles war anders. Ich kann mir nicht erklären, wo die Magie auf einmal herkam, aber die Musik, die Eissfeldt, Denyo und Dj Mad in Hamburg produzierten, ließ mich nicht mehr los. Das Album kann ich bis heute noch hören und, wenn ich einen guten Tag habe, auch mitrappen. Eissfeldts Stimme sensibilisierte mich im Nachhinein auch für besondere Stimmen und Stimmlagen. Bambule ist ein unfassbarer Meilenstein für die deutsche (Musik- und) Hip Hop-Geschichte, aber vor allem für mich.

The Smiths – The queen is dead

Die Faszination für die Band The Smiths konnte ich aufgrund meines Alters nicht während ihrer aktiven Zeit ausbilden. Ich habe die Gruppe um die beiden Genies Johnny Marr und Morrissey ca. 2007 zum ersten Mal gehört. Es fing alles mit dem Song Hand in gloves an, der nicht auf diesem Album vertreten ist. Nach und nach hörte ich mich durch die ganze Diskographie. The queen is dead blieb in meinen Augen dabei immer das kompletteste Album der Band und beinhaltet mit There is a light that never goes out den meiner Meinung nach wohl besten Popsong aller Zeiten. Dieses Album kann man immer hören, egal, ob man traurig oder glücklich ist. The Smiths kann man nicht beschreiben, man muss sie hören.

Eminem – The Slim Shady LP

Auf Eminem wurde ich 1999 durch das Forgot about Dre-Feature aufmerksam und war irgendwie beeindruckt. Also holte ich mir sein Majordebut auf gut Glück. Abgesehen davon, dass Eminem ein sehr begnadeter Rapper in Sachen Technik und -flow ist, muss gesagt werden, dass seine Art Geschichten zu erzählen sehr einzigartig und bildhaft ist. Sein Alter Ego Slim Shady ermöglicht es ihm dabei völlig überspitzte und cartooneske Fantasien auszuleben, aber auch eine melancholische und depressivere Seite wird auf dieser Platte schon deutlich. Mit der Unterstützung von Dr. Dre und den Bass Brothers hinter den Reglern schuf Eminem ein Klassiker und den Grundstein für seine immer noch andauernde Mainstreamkarriere.

Morcheeba – Big calm

Auch dieses Album habe ich erst 2 Jahre zu spät, sprich 2000, entdeckt. Es war in einem Urlaub und Trip Hop – Ist es Trip Hop? Rock, Pop oder wie immer man diese Musik bezeichnen mag – war mir bis dahin kein Begriff. Die entspannten Rhythmen und die Engelsstimme von Skye Edwards konnte man einfach nicht schlecht finden. Ich habe von 1998 bis 2006 fast ausschließlich Hip Hop CDs, Musiccassetten und Vinyl gekauft, ich verdammter Idiot, aber dieses war eine der wenigen Ausnahmen und das ist auch gut so. Selten konnte mir eine Platte so ein entspanntes Gefühl vermitteln, wie es sonst nur der Strand im warmen Sonnenlicht oder die Couch vor dem Kamin kann. Manchmal muss halt auch ein kitschiger Vergleich herhalten.

Chase & StatusMore than alot

Irgendwie begeisterten mich schon früh die Rhythmen von Drum’n’Bass. Das wunderbar schnelle Drumset und die Basslines sind musikalisch vielleicht nicht die Offenbarung und Revolution, aber es vermittelt mir meist ein energetisches Gefühl, das mich zum mittanzen animiert. Chase & Status sind sicherlich nicht die ersten Drum’n’Bass bzw. Dubstep-Produzenten, die ein Album aufgenommen haben, aber sie sind vielseitig und können auch sehr melodiöse Elemente mit diesen Musikstilen verbinden. Natürlich sind die Vocals teilweise überflüssig, wie auf jeder anderen Drum’n’Bass/Dubstep-Release auch, aber die Vocals von Takura fügen sich hervorragend in das Gesamtgeschehen ein und lassen ihre Überflüssigkeit vergessen. Auch die Features von Kano und Plan B sind optimal gewählt. Dieses Album funktioniert im Club, im Auto, beim Laufen und zu Hause. Was will man mehr?

The Streets – Original pirate material

Der kleine Mike Skinner kann weder gut singen noch gut rappen, aber er kann gut Geschichten erzählen und das macht er auf seinem Debutalbum wie kein anderer. Jeder hat seine Alltagsprobleme, aber keiner kann sie so in Musik verpacken wie die Ein-Mann-Band mit dem Cockney-Dialekt. „And go see your mates and when they don’t look happy, play them this tape.“ (The Streets – Stay positive).

Mumford & Sons – Sigh no more

Das Debutalbum von... Wer zum Teufel liest eigentlich Kommentare bei Bestenlisten?

Mogwai – Mr. Beast

Es ist neben Thursday – Full collapse und The Blood Brothers – Young machetes wohl das Album, das mich aus diesem Ich-höre-fast-ausschließlich-Hip-Hop-Kreislauf rausgeholt hat, was nicht heißt, dass ich nicht noch immer zu viel Hip Hop höre, haha. Die Platte ist wie das Leben. Es fängt meist harmlos sowie schön und steigert sich dann teilweise in etwas sehr Schönes und teilweise in etwas Verstörendes. Die Melodien, die Steigerungen, der Wahnsinn! Großartig. Danke SMI!!!

United Nations – United Nations

Willkommen im United Nations Energiestadion. Wir begrüßen diese All-Star-Band und wünschen allen Hörern eine schöne Hardcoreabfahrt. In 11 krawalligen Anspielstücken werden dem Hörer die Trommelfelle malträtiert, bevor Silence ist. Mögen die Stimmbänder nie reißen und der Verstärker immer klingen. Achtung! Auf Gebretter, fertig, los!!!

Jaguar Love - Hologram Jams

Was würde man als zehntes Album auf eine einsame Insel mitnehmen? Nimmt man eine ruhige, eine schnelle, eine melancholische, eine deprimierende, eine fröhliche, etc. Platte mit? Wird es Hip Hop, Hardcore, Electro, Drum’n’Bass/Dubstep, Jazz, Klassik, Pop, Rock, Funk/Soul oder gar ein Soundtrack? Alben von Radiohead, The Beatles, Joy Division, Murder By Death, The Blood Brothers, The Ghost Of A Thousand, Plan B, Sub Focus, Nosia, Roni Size/Reprazent, Tube & Berger, Jay-Z, Nas, Notorious BIG, Wu-Tang Clan, Ghostface Killah, Raekwon, Method Man & Redman, Morrissey, Tua, Maeckes, K.I.Z., Casper, Audio88&Yassin, Morlockk Dilemma, Dynamite Deluxe, Eins Zwo, Deichkind, The National, Editors, Jan Delay, Denyo, Beginner, Marteria/Marsimoto, Touche Armore, Kettcar, The Prodigy, Oasis, Such A Surge, Die Ärzte, Masta Ace, Ill Bill, Sean Price, Earl Sweatshirt, Tyler the Creator, Slaughterhouse, Snoop Dogg, Dr Dre, Portishead, The Gaslight Anthem, Mozart, Thursday, Boys Noize, Fake Blood, The XX, La Dispute, Queens of the Stone Age, Weltraumraketenabschussbasis oder was man sonst zu irgendeiner Zeit seines Lebens mal gefeiert hat bzw. immer noch feiert? Natürlich müssten die alle mit, keine Frage. Aber wenn man nur ein Album noch mitnehmen kann, was dann? Sicher darf man verzweifeln und durchdrehen. Oder man nimmt die Dance-Platte von Ex-The Blood Brothers Johnny Whitney und tanzt sich den Arsch auf, weil eine Top 10 nun mal völlig unmöglich ist und man sich einfach keinen Kopf mehr machen sollte. Dance!

Ruff.Mo.

redaktion Moritz

Oasis - Definitely Maybe (Limited Edition mit Whatever)

The Rolling Stones - Let It Bleed

The Notwist - Neon Golden

Radiohead - Ok Computer

Interpol - Turn On The Bright Lights

The Stone Roses - The Stone Roses

The National - High Violet

Stiff Little Fingers - Inflammable Material

Mogwai - Rock Action

Anywhen - The Opiates

smi

...um sicherzustellen, dass ich zumindest ab jetzt, wo die 10 Kandidaten für diese Liste endlich gefunden sind, wieder mal eine Nacht verhältnismäßig ruhig durchschlafen kann, erspare ich mir eine Rangliste. Alles Wahnsinn. Alles fehlt in dieser Liste.


Radiohead - Kid A

Everything in its right place.

Touché Amoré – Parting the Sea Between Brightness and Me

Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Und dann kamen die Texte. Auch noch Monate nach der Veröffentlichung läuft das Album fast täglich bei mir und erwischt mich jedes Mal kalt aufs Neue. Hier sitzt jeder Ausbruch, jede Melodie, jede einzelne Textzeile.

Wolves in the Throne Room – Black Cascade

Black Metal abseits von geschminkten Gesichtern und Satansverehrung. Wie kaum eine andere Band schaffen es Wolves in the Throne Room mich in ihre Musik einzusaugen und nicht mehr los zu lassen. Auf ihren Konzerten wird früher oder später immer der Punkt erreicht, an dem sich das Publikum, wie in Trance, stoisch vor und zurück bewegt. Tiefe Entspannung macht sich in mir breit zwischen Blastbeats, postrock-artigen Melodiebögen und dem Gekreische, das einer sterbenden Krähe ähnlicher ist, als alles vergleichbar Menschliche.

Young and in the Way – I Am Not What I Am

Nihilistisch und endlos kaputt von Anfang bis Ende.

The National – Boxer

England. Immer wieder England. Danach dann überall. Immer wieder.

The Smiths – The Queen is Dead

„Oh, the alcoholic afternoons / When we sat in your rooms / They meant more to me / Than any, than any living thing on earth“

Das Zitat ist ein hoffnungsloser Versuch, auf den Punkt zu bringen, was mir The Smiths bedeuten. Es geht um Menschen, die Besten. Es geht um die eigene Unsicherheit, um Trost. Und es geht mit „There Is a Light That Never Goes Out“ um den besten Popsong aller Zeiten.

Alpinist – Lichtlaerm

Crust. Hardcore. Punk. Deutsch. Englisch. Alles geht und alles muss bei dieser Band. Wahnsinnig intensiv vertonte Abrechnung mit dem alltäglichen Wahnsinn.

Anywhen – The Opiates

„There's a house with a fountain/ Things that kept me satisfied / I lost my life as a young man / And I've been running ever since“

Eigentlich kann ich das Album nicht mehr hören. Eigentlich muss ich es auch gar nicht mehr, so sehr haben sich die Textzeilen und dazugehörigen Melodien über die Jahre in mein Gedächtnis eingebrannt. Kein melancholischer Abend ohne Anywhen. Keine Glas Rotwein zuviel ohne The Opiates. Kein Selbstzweifel ohne das Wissen, dass Thomas Feiner die eigenen Gedanken schon längst vertont hat. Die Platte versucht gar nicht erst sich gegen das Gefühl von Schmerz und Hilflosigkeit zu wehren, sondern zelebriert das Scheitern in all seiner Schwere und all seinem Schmerz. Ein zutiefst beeindruckendes Stück Musik.

Mono – Hymn to the Immortal Wind

Wer genau hinhört, bemerkt in den ruhigen Momenten sogar das Knirschen der Stühle des geladenen Orchesters. Das Album überfordert mich noch immer. Manche nennen es Kitsch, für mich ist es mit das intensivste Musikerlebnis, das mir je begegnet ist.

Murder by Death – Who Will Survive and What Will Be Left of Them?

„We're all waitin' for the end / What kind of finish will he send / These hands made of splinters keep knockin' back the whiskey sours“

Geschichten vom Teufel, zuviel Whisky, Frauen. Vertonte Hoffnungslosigkeit und der trotzige Versuch, dieser zu entkommen. Ein Cello für die Schwere. Das Piano noch dazu. Und ein Adam Turla, der zu diesem Zeitpunkt in der Bandhistorie noch den Ausbruch wagt. Ein sehr intensives Konzeptalbum, das mich auch noch 10 Jahre nach Veröffentlichung wieder mitnimmt in die Untiefen dieses nicht zu gewinnenden Versuchs, es irgendwie bis zum nächsten Tag zu schaffen.